|
Für
Sami und den SVD
Der SV Dortmund-Wickede 82 feiert nach vier Jahren wieder
eine Meisterschaft. Auf neutralem Platz in Brechten machten die Jungs vom
Dollersweg beim 3:1 gegen Preußen Lünen vor 200 begeisterten Zuschauern
hochverdient alles klar.
Die ersten Glückwünsche kamen nach dem Schlußpfiff vom
Gegner. Spieler, Eltern und Trainergespann erkannten fair an, dass die
spielstärkere Mannschaft sich den Titel sichern konnte. Über die komplette
Spielzeit hatten sich beide Teams ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen um die
Tabellenführung geliefert und jeweils nur eine Begegnung beim jeweiligen
Kontrahenten verloren. Von der ätzenden Aggressivität dieser Vorbegegnungen war
beim Finale nichts zu spüren, was sicherlich auch wesentlich auf den
ausgezeichneten Schiedsrichter Rüdiger Plötzner zurückzuführen war.
Vom Anpfiff an zeigten die mit traditionellen
Ringelsocken angetretenen Hellblauen, dass sie gewillt waren, das Spiel mit
mutigem Kombinationsfußball zu gewinnen. Dieser forsche Angriffsfußball führte
schon in der 6. Spielminute zu einem ersten Erfolg. Außenverteidiger Daniel
Saul startete einen seiner (auch beim eigenen Team) gefürchteten Vorstöße,
bediente Tim Obertaxer perfekt in die Nahtstelle der Preußenabwehr. Wie beim
letzten Aufeinandertreffen beider Mannschaften konnte sich Lünens Verteidiger
nur mit einem Foul im Strafraum helfen. Den fälligen Foulelfmeter verwandelte
Fabian Engeling abgebrüht in die selbe Ecke wie beim letzten Mal. Und auch die
Jubeltraube samt hinzu geeiltem Keeper
Sami Mezher hatte man so schon gesehen.
Ein Deja Vu der ganz besonderen Art… In der Folge
beherrschte der SVD deutlich die Begegnung und in der 17. Minute war es erneut
Fabian Engeling, der sich ein Herz fasste, aus 28 Metern einen diagonalen
Knaller im langen Winkel des Preußentores einschlagen zu lassen. Was für ein
Hammer!
Wer die Preußen aus Lünen kennt, weiß, dass dieses
leidenschaftliche Team nie aufsteckt. Der Lüner Anhang brauchte auch nicht
lange zu warten, bis in der 20. Minute ein Konzentrationsloch zu einem
folgenschweren Ballverlust führte. Pascal Hagemann stürmte auf und davon, Sami
Mezher ihm entgegen, der Ball trudelte ins Tor und beide Spieler blieben liegen.
1:2. Sami Mezher fragte anschließend mehrfach nach dem Spielstand, der Kiefer
schmerzte. Einige Minuten versucht er noch durchzuhalten, doch als er heftiger
ins Wanken gerät, wird das Spiel für 15 Minuten unterbrochen, weil der Torwart
versorgt werden muss, woran sich auch der Schiedsrichter und eine
Krankenschwester aus dem Preußenlager vorbildlich beteiligen. Noch bevor der
Krankenwagen eintrifft, kann die Begegnung fortgesetzt werden. Karim Nfaoui
nahm den Platz im Tor ein und während Sami Mezher blass, kalt und kurz vor der
Ohnmacht immer wieder die gleichen Antworten auf die selben Fragen erhält („Wie
steht es?“ - „2:1“ und „Ich will weiterspielen…“ - „Nein“) wankt nach dem
Stammkeeper das ganze Team. In den 15 Minuten bis zur Halbzeitpause sind die 82er
ein Torso, der Mut, die Ordnung und jeglicher Zweikampfwille dahin. Preußen
drängte nun beherzt aber unstrukturiert auf den Ausgleich. Die Rettung nahte
für Sami Mezher dann in Form eines Krankenwagens, in der Klinik wurden keine
schweren Verletzungen festgestellt. Für das Wickeder Team bedeutete der
Halbzeitpfiff die Rettung aus bedrohlicher Schieflage.
Am Ende dürfte diese Halbzeitpause in der Umkleidekabine
der Brechtener Grundschule am Schiffhorst die Meisterschaft wesentlich
entschieden haben. Wie zu Beginn nahmen die Hellblauen das Heft in die Hand.
Schlüsselspieler Patryk Sojka war nicht wieder zu erkennen und machte eine
spektakulär gute zweite Halbzeit nach einer mäßigen ersten. Gerrit Weber zeigte
eindrucksvoll, warum er als der kompletteste Spieler des Kaders gilt. Tim
Obertaxer machte möglicherweise das Spiel seines Lebens. Der erneut großartige
Kapitän Denny Wydra sorgte mit Valentin Bedarf für Beruhigung. Jojo Zimmermann
machte einen Halbmarathon und gewann dabei jeden Zweikampf. Max Scharf band
stets zwei Abwehrkräfte, so dass 82 sein Lieblingsspiel über die Flügel machen
konnte. Karim Nfaoui strahlte wenig geprüft im Tor totale Ruhe aus. Jan Bennett
Brühl hatte seine Nerven plötzlich im Griff. Daniel Saul spielte selbstbewusst
und taktisch diszipliniert. Adrian Boketta und Jens Bonde halfen am Ende mit
hoher Laufbereitschaft mit, die Meisterschaft unter Dach und Fach zu bringen.
Und Fabian Engeling? Spielte eine starke Partie in der Balleroberung und im
Aufbauspiel. Außerdem: Jeder Schuss ein Treffer!! Und auch wenn er nicht so
richtig traf, an seinem Schokoladentag rutschte - wie in der 39. Minute - sogar
ein eigentlich haltbarer Ball durch die Hosenträger des ansonsten so
zuverlässigen Preußenkeepers.
Nach dem Schlusspfiff
lag sich das Team mit den Vuvuzela-Unterstützern in den Armen, es gab
die obligatorischen gegenseitigen Duschen und die Gewissheit: hier hat sich ein
ganz tolles Team eine verdiente Meisterschaft gesichert. Für sich selbst. An
diesem Tag besonders für Torwart und Leitfigur Sami Mezher. Und nicht zuletzt
für den Verein, der schon in der kommenden Spielzeit auf diesem Erfolg aufbauen
kann. Der Vereinsvorsitzende Andreas Daron machte in der Kabine nach dem
Schlusspfiff deutlich, dass der SVD auch
in der kommenden Spielzeit trotz vereinzelter Abgänge eine attraktive Adresse
bleiben wird.
DAS
TEAM:
Sami Mezher- Patryk
Sojka, Jan Bennett Brühl, Daniel Saul – Fabian Engeling, Valentin Bedarf, Jens Bonde – Gerrit Weber, Dennis Wydra,
Tim Obertaxer – Max Scharf
Eingewechselt: Karim
Nfaoui, Adrian Boketta, Jens Bonde,
TORE: 1:0 (6.) Fabian Engeling (Foulelfmeter),
2:0 (17.) Fabian Engeling, 2:1 (20.) Pascal Hagemann, 3:1 (39.) Fabian Engeling
|