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Meisterschaftsentscheidungsspiel C1
16.06.10


SV Dortmund 82SV Preußen 07 Lünen
3 : 1  (2 : 1)

Für Sami und den SVD


Der SV Dortmund-Wickede 82 feiert nach vier Jahren wieder eine Meisterschaft. Auf neutralem Platz in Brechten machten die Jungs vom Dollersweg beim 3:1 gegen Preußen Lünen vor 200 begeisterten Zuschauern hochverdient alles klar.
Die ersten Glückwünsche kamen nach dem Schlußpfiff vom Gegner. Spieler, Eltern und Trainergespann erkannten fair an, dass die spielstärkere Mannschaft sich den Titel sichern konnte. Über die komplette Spielzeit hatten sich beide Teams ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen um die Tabellenführung geliefert und jeweils nur eine Begegnung beim jeweiligen Kontrahenten verloren. Von der ätzenden Aggressivität dieser Vorbegegnungen war beim Finale nichts zu spüren, was sicherlich auch wesentlich auf den ausgezeichneten Schiedsrichter Rüdiger Plötzner zurückzuführen war.
Vom Anpfiff an zeigten die mit traditionellen Ringelsocken angetretenen Hellblauen, dass sie gewillt waren, das Spiel mit mutigem Kombinationsfußball zu gewinnen. Dieser forsche Angriffsfußball führte schon in der 6. Spielminute zu einem ersten Erfolg. Außenverteidiger Daniel Saul startete einen seiner (auch beim eigenen Team) gefürchteten Vorstöße, bediente Tim Obertaxer perfekt in die Nahtstelle der Preußenabwehr. Wie beim letzten Aufeinandertreffen beider Mannschaften konnte sich Lünens Verteidiger nur mit einem Foul im Strafraum helfen. Den fälligen Foulelfmeter verwandelte Fabian Engeling abgebrüht in die selbe Ecke wie beim letzten Mal. Und auch die Jubeltraube samt hinzu geeiltem   Keeper Sami Mezher hatte man so schon gesehen.
Ein Deja Vu der ganz besonderen Art… In der Folge beherrschte der SVD deutlich die Begegnung und in der 17. Minute war es erneut Fabian Engeling, der sich ein Herz fasste, aus 28 Metern einen diagonalen Knaller im langen Winkel des Preußentores einschlagen zu lassen. Was für ein Hammer!
Wer die Preußen aus Lünen kennt, weiß, dass dieses leidenschaftliche Team nie aufsteckt. Der Lüner Anhang brauchte auch nicht lange zu warten, bis in der 20. Minute ein Konzentrationsloch zu einem folgenschweren Ballverlust führte. Pascal Hagemann stürmte auf und davon, Sami Mezher ihm entgegen, der Ball trudelte ins Tor und beide Spieler blieben liegen. 1:2. Sami Mezher fragte anschließend mehrfach nach dem Spielstand, der Kiefer schmerzte. Einige Minuten versucht er noch durchzuhalten, doch als er heftiger ins Wanken gerät, wird das Spiel für 15 Minuten unterbrochen, weil der Torwart versorgt werden muss, woran sich auch der Schiedsrichter und eine Krankenschwester aus dem Preußenlager vorbildlich beteiligen. Noch bevor der Krankenwagen eintrifft, kann die Begegnung fortgesetzt werden. Karim Nfaoui nahm den Platz im Tor ein und während Sami Mezher blass, kalt und kurz vor der Ohnmacht immer wieder die gleichen Antworten auf die selben Fragen erhält („Wie steht es?“ - „2:1“ und „Ich will weiterspielen…“ - „Nein“) wankt nach dem Stammkeeper das ganze Team. In den 15 Minuten bis zur Halbzeitpause sind die 82er ein Torso, der Mut, die Ordnung und jeglicher Zweikampfwille dahin. Preußen drängte nun beherzt aber unstrukturiert auf den Ausgleich. Die Rettung nahte für Sami Mezher dann in Form eines Krankenwagens, in der Klinik wurden keine schweren Verletzungen festgestellt. Für das Wickeder Team bedeutete der Halbzeitpfiff die Rettung aus bedrohlicher Schieflage.
Am Ende dürfte diese Halbzeitpause in der Umkleidekabine der Brechtener Grundschule am Schiffhorst die Meisterschaft wesentlich entschieden haben. Wie zu Beginn nahmen die Hellblauen das Heft in die Hand. Schlüsselspieler Patryk Sojka war nicht wieder zu erkennen und machte eine spektakulär gute zweite Halbzeit nach einer mäßigen ersten. Gerrit Weber zeigte eindrucksvoll, warum er als der kompletteste Spieler des Kaders gilt. Tim Obertaxer machte möglicherweise das Spiel seines Lebens. Der erneut großartige Kapitän Denny Wydra sorgte mit Valentin Bedarf für Beruhigung. Jojo Zimmermann machte einen Halbmarathon und gewann dabei jeden Zweikampf. Max Scharf band stets zwei Abwehrkräfte, so dass 82 sein Lieblingsspiel über die Flügel machen konnte. Karim Nfaoui strahlte wenig geprüft im Tor totale Ruhe aus. Jan Bennett Brühl hatte seine Nerven plötzlich im Griff. Daniel Saul spielte selbstbewusst und taktisch diszipliniert. Adrian Boketta und Jens Bonde halfen am Ende mit hoher Laufbereitschaft mit, die Meisterschaft unter Dach und Fach zu bringen. Und Fabian Engeling? Spielte eine starke Partie in der Balleroberung und im Aufbauspiel. Außerdem: Jeder Schuss ein Treffer!! Und auch wenn er nicht so richtig traf, an seinem Schokoladentag rutschte - wie in der 39. Minute - sogar ein eigentlich haltbarer Ball durch die Hosenträger des ansonsten so zuverlässigen  Preußenkeepers.
Nach dem Schlusspfiff  lag sich das Team mit den Vuvuzela-Unterstützern in den Armen, es gab die obligatorischen gegenseitigen Duschen und die Gewissheit: hier hat sich ein ganz tolles Team eine verdiente Meisterschaft gesichert. Für sich selbst. An diesem Tag besonders für Torwart und Leitfigur Sami Mezher. Und nicht zuletzt für den Verein, der schon in der kommenden Spielzeit auf diesem Erfolg aufbauen kann. Der Vereinsvorsitzende Andreas Daron machte in der Kabine nach dem Schlusspfiff  deutlich, dass der SVD auch in der kommenden Spielzeit trotz vereinzelter Abgänge eine attraktive Adresse bleiben wird.
 
 
 
 
DAS TEAM:
Sami Mezher- Patryk Sojka, Jan Bennett Brühl, Daniel Saul – Fabian Engeling, Valentin Bedarf,  Jens Bonde  – Gerrit Weber, Dennis Wydra, Tim Obertaxer – Max Scharf
Eingewechselt: Karim Nfaoui, Adrian Boketta, Jens Bonde,
 
TORE: 1:0 (6.) Fabian Engeling (Foulelfmeter), 2:0 (17.) Fabian Engeling, 2:1 (20.) Pascal Hagemann, 3:1 (39.) Fabian Engeling
 



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